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Oktober 2017

Super Wetter, toller Lauf, schwache Männer – Wolfgangseelauf am 15. Oktober 2017: 26 Schwindegger am Start 

Gina Schmid-Dressel gewinnt Altersklasse auf der 27-KM-Klassiker-Strecke

Es gibt Dinge, die ändern sich nie. Da läuft man mal nach Jahren der Ideologie-bedingten Abstinenz mal wieder einen Lauf mit, schon drückt einem der Günther eine Arbeit auf. Schreibst Du den Laufbericht? Ja, dann schreib halt mal. Kann ja nicht so schwer sein. Mach doch mal. Also gut schreiben. Aber wo anfangen? Vielleicht mit dem Georg. Der hat zwar versagt (dazu später mehr), hatte aber eine schöne Idee. Wolfgangseelauf am 16. Oktober. Seine Jugendlauf-Gruppe sollte dort starten, die Eltern mitfahren und auch mitlaufen. Ein Familienevent zum Saisonabschluss sozusagen. Preisgünstige Unterkunft in der Jugendherberge in St. Gilgen wurde gleich mitorganisiert. Die gute Idee überzeugte selbst Vereinskritiker. Insgesamt waren 26 Schwindegger oder für Schwindegg startende Läufer am Start. Unterstützt wurde das Team von einem verletzen Schlachtenbummler (Schleimbeutel, Günther, Einzelzimmer).

 

Teil 1 Anreise

Es war eine super Idee, die Jugend im Vereinsbus zu konzentrieren. Überlebende berichten von einem Lautstärke-Pegel vergleichbar mit einem startenden Lufthansa-Airbus. In den anderen Fahrzeugen herrschte dafür himmlische Ruhe (Danke, Georg!). Traumhaftes Herbstwetter. Leider zerfiel der Autokonvoi schon bei der ersten Pinkelpause. Besonders unschön der Abschnitt durch Salzburgs Innenstadt. Wegen ständiger Fahrzeug-Suche und der dämlichen rechten Wahlplakate: Kein All-inclusive für Flüchtlinge, entschlossenes „Vordenken“ und „Kampf“ gegen Migration, Islamismus und so weiter. Denise hat hier ihre Heimat, die Stadlers kennen sich hier aus. Also Abstecher hinauf zu einem Geheimtipp, eine Einkehr auf dem Gaisberg, dem Hausberg der Salzburger. Leider kannten den auch andere. Es bedurfte vieler Smartphone-Gespräche, um den Schwindegger Konvoi zu irgendeiner anderen Alm zu dirigieren. Diese Alm erwies sich als ebenfalls überlaufenes Top-Touri-Paradies. Aussicht war allerdings traumhaft. Ideale Stelle für die erste Pause. Bei Kaffee und Kuchen wurde ersichtlich: Schon die Anreise hatte Spuren hinterlassen, Kräfte geraubt. Georg war schon jetzt ein gebrochener Mann. Bemerkenswert: Wir haben auf dieser Alm die Gina kennengelernt, eine legendäre Ultraläuferin, von der Gina hatten wir bislang nur auf Zugfahrten von einem internen Kritiker des Vereins und seiner Führung (Markus M.) gehört.

 

Teil 2 Ankunft

Eines muss man ja sagen: Das Salzkammergut ist richtig schön. Bislang fanden wir die Gegend um St. Wolfgang ja irgendwie spießig, ohne jemals dort gewesen zu sein. Es war der bevorzugte Urlaubsort von Helmut Kohl und Marcel-Reich Ranicki, so alt wollten wir eigentlich nie sein. Jetzt verstehen wir, warum die dahingefahren sind – und auf Fernreisen verzichtet haben. Die Mischung aus Berge und wirklich herrlichen Seen hat einen ganz besonderen Charme. Schon deshalb hat sich der Ausflug gelohnt. Leider gab es beim Team Schwindegg schon bei Startnummer- und Chipausgabe in St. Wolfgang erste Nervenzusammenbrüche (die Stadlers). Jugendherberge und Zimmer waren völlig okay. Schlimme Organisationspanne beim Abendessen: Statt Preiselbeer-Marmelade gab es nur schreckliches Ketchup zum Wiener Schnitzel. Klares Versagen unserer Reiseleitung. Die Österreicher im Nebenraum haben natürlich Preiselbeeren gekriegt.

 

Teil 3 Rennvorbereitung

Die Abende vor großen Rennen haben so einen ganz speziellen Charakter, so eine Mischung aus Vorfreude, Angst, Anspannung und Ausgelassenheit. Diese Stimmung leidet, wenn man planlos durch St. Gilgen tigert, weil die Reiseleitung vorab keine Kneipe reserviert hat. Energie rauben auch ungeplante, psychosoziale Therapiegespräche über Schleimbeutel, Zen und Selbstfindung (Günther). Wenig motivierend ist ferner der Hinweis, dass morgen ohnehin „niemand an meine Zeit heranreicht“ (2:02, Günther). Ferner Bemerkenswert: Die Jungs im Jugendzimmer sollen tatsächlich irgendwann geschlafen haben. Und es gab Läufer, die hatten schon vor dem Startschuss resigniert (Joe). Livestream vom Ironman in Hawaii schauen bis 4 Uhr früh – davon würden konventionelle Lauftrainer sicher abraten.

 

Teil 4 Start

Beim Wolfgangseelauf ist das wirklich ein Erlebnis. Die eine Frau (Gina) und eine Handvoll Männer die beim 27 Kilometer langen Klassiker für Schwindegg an den Start gingen, haben die 20 Starter über die 5- und 10-Kilometer noch zum Schiff gebracht. Für die kürzeren Strecken liegt der Start auf der gegenüberliegenden Seite des Sees. Schon das war ein toller Moment. Das Wetter hätte schöner nicht sein können, für die langen Strecken war es fast zu warm. Jedenfalls hatten alle der Schwindegger und alle anderen Starter richtig Lust auf den Lauf. Toll war auch der Moderator in St. Wolfgang. Er hielt sich nicht nur mit Bestzeiten auf, sondern erklärte auch die Geschichte des Wolfgangseelaufs. Völlig unerwartet hielt er am Tag der österreichischen Nationalratswahl, in dem das Land deutlich nach rechts rückte, ein flammendes Plädoyer für ein offenes Europa. Einem britischen Teilnehmer gab er den Rat, er möge der unglücklichen Premierministerin May mitteilen: „Wir haben hier heute Teilnehmer aus mehr als 40 Nationen am Start. Das zeigt: Dieses Europa funktioniert. Wir lieben Europa.“ Gestartet wurden alle Läufe in drei Startblöcken. Hat tadellos funktioniert. Alle kamen perfekt auf die Strecke.

 

Teil 5 Rennverlauf

Kann hier definiert nur über die 27-KM-Strecke berichten. Nette Idee der Veranstalter: Wenn der erste Läufer nach 5 km den höchsten Punkt der Strecke am Falkensteinsattel erreicht, gibt es einen Böllerschuss. Erste Enttäuschung: Der erste, der oben war, war kein Schwindegger. Zweite Enttäuschung: Nach dem Falkensteinsattel geht es rund 220 Höhenmeter steil hinunter. Unten war Georg psychisch und physisch zerstört. Seine angepeilte Bestzeit komplett „out of reach“. Dritte Enttäuschung: Nach einer schlaflosen Nacht ist Joe über einige Streckenabschnitte lustlos gewandert. Erst als ihn ein gewisser „Hans“ (wer ist das?) überholt hatte, gab er nochmal Gas. Vierte Enttäuschung: Kein Schwindegger reichte an Günthers ewige Bestzeit heran. Fünfte Enttäuschung: Unser Selbstversuch, 27 km ohne jedes Training zu laufen, endete erwartungsgemäß desaströs. Die letzten 5 km waren „Dead Man walking“. Großer Lichtblick: Gina, die Wunderfrau. Wurde Altersklassensiegerin.

 

Teil 6 Heimfahrt

Es ist doof, wenn die Reiseleitung für die Heimreise ein im Internet top-bewertetes Lokal auswählt, das am Sonntag-Nachmittag geschlossen hat. Nach einigem Suchen fanden wir schließlich eines, das offen und genug Platz hatte.

 

Teil 7 Fazit und Spätfolgen

Die organisatorischen Mängel haben wir hinlänglich beschrieben. Unter dem Strich ein toller Ausflug. Sogar in unserer eigenen Familie besteht seit dem 15. Oktober der Wunsch, mehr zu trainieren. Wichtigste Erkenntnis: Es hat – unabhängig von der jeweiligen Zeit – allen Spaß gemacht. Im nächsten Jahr gerne wieder.

 

Alle Starter und die Ergebnisse dazu findet Ihr unter dem Link Ergebnisse

 

 

 

Simsee Halbmarathon am 21.10.2017

Bereits zum dritten Mal absolvierten Andrea Lenz und ich nun den Simsee Halbmarathon, der in Moosen bei Riedering im Landkreis Rosenheim startet und einmal um den schönen Simsee herum in landschaftlich einmaliger Umgebung stattfindet.

Dieses Mal fand der Lauf zum zehnten Mal statt und jeder Teilnehmer erhielt neben dem obligatorischen T-Shirt einen hübschen Rucksack zum Jubiläum.

Um 14 Uhr, eine Stunde früher wie die letzten Jahre, ging es bei Sonnenschein und milden 16 Grad auf die sehr anspruchsvolle und hügelige Strecke; mit einem gefürchteten, langem Anstieg bei Kilometer 20.

Obwohl Andrea fast sechs Wochen Laufpause wegen eines Sturzes einlegen musste, bei dem sie aufs Knie fiel, erging es ihr erstaunlich gut und sie kam gut durch. Auch wenn sie bergab das Gas rausnahm und langsam machte, um das Knie nicht zu überfordern, erreichte sie mit 2:01:21 h Platz 6 in der Altersklasse W40. In der Gesamtwertung Frauen belegte Andrea damit den 52. Platz und war damit immerhin um mehr als drei Minuten schneller, als bei ihrem letzten Start.

Ich selbst war auch nicht ganz in Topform, konnte ich doch wegen eines kleinen Unfalles beim Heimwerken zwei Wochen nicht laufen. Gott sei Dank kam ich aber doch noch so weit in Form, dass ich mit einer erzielten Zeit von 1:55:14 h meine bisherige Bestmarke am Simsee vom letzten Jahr um vier Minuten verbessern konnte. In der Altersklasse M45 konnte ich damit den 34.Platz und in der Gesamtwertung Männer Platz 176 erzielen.

 

 

 

 

Damit haben wir beide die ersten Ergebnisse für den SV Schwindegg eingefahren und mal einen Anfang gemacht.

Johannes Onnich

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